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Saison 2013 - 2014

#1

Sonntag, 20. Oktober 2013, 17.00 / 18.30 Uhr, Gare du Nord

Sori | Poesie aus Korea in Musik und Sprache

Doppelkonzert mit dem Korean Music Project und dem Ensemble Phoenix Basel | Konzept: Junghae Lee

 

Sori 1: Unak  |  um 17.00 Uhr 

Zeitgenössische Musik für gemischtes Ensemble 

mit traditionellen Instrumenten aus Korea und europäischen Instrumenten

 

Mit dem Konzertprogramm «Un-ak» sollen neue musikalische Begegnungen zwischen Ost und West, zwischen Altem und Neuem und zwischen Tradition und Avantgarde stattfinden. Bereits bestehende Kompositionen und eigens für das Projekt entstehende Auftragswerke, die gezielt auf ein gemischtes Instrumentarium koreanischer und europäischer Herkunft hin komponiert sind, loten Gemeinsames und Kontrastierendes der verschiedenen Kulturen sensibel aus. Für diesen interkulturellen Projektteil konnten das Ensemble Phoenix Basel und das Korean Music Project gewonnen werden.

 

Der aus der Schweiz stammende Komponist Klaus Huber, der stets den interkulturellen Dialog in seiner Musik sucht, sowie die koreanische Komponistin Younghi Pagh-Paan, deren Musik seit langem zwischen den kulturellen Welten Asiens und Europas anzusiedeln ist, gehören zu den Pionieren, die sich seit vielen Jahren mit dieser spezifischen Materie auseinander gesetzt haben. Das «Fremdsein» ist eine der Hauptthematiken im Schaffen der Komponistin Younghi Pagh-Paan. 

 

Die Klangsprache und der musikalische Gestus der beiden aus unterschiedlichen Kulturen stammenden Instrumentengruppen beeinflussen und bereichern sich gegenseitig, ohne sich aneinander in herkömmlicher «World Music-Manier» anzupassen. Ihr jeweils angestammter Platz wird nicht in Frage gestellt, so wie idealerweise die verschiedene Kulturen mit ihren Gepflogenheiten und kulturellen Schätzen einen bereichernden Beitrag zur Globalisierung leisten, ohne von ihr nivelliert oder gar verschluckt zu werden. 

 

Die Versuche, die beiden Welten auf eine Bühne zu bringen, um dadurch eine Begegnung der besonderen Art zu kreieren, werden in diesem Konzertprojekt in ganz eigener Weise dargestellt – sei es harmonisch, sei es problematisch, sei es dialektisch, sei es, um Konflikte zu lösen oder Annährungen einzugehen: musikalische Kommunikation als Modell.

 

Akzente neueren Datums setzen die in Basel lebende koreanische Komponistin Junghae Lee und der Westschweizer Komponist Denis Schuler mit ihren Uraufführungen. 

 

Programm «Unak»

 

Klaus Huber (*1924): Ein Hauch von Unzeit III (1972) für sechs Instrumente, Aufführung mit koreanischem und europäischem Instrumentarium (Flöte, Gitarre, Kontrabass, Dageum, Gayageum, Haegum/Sangwhang)

 

Younghi Pagh-Paan (*1945): Hangsang V (2012, Europäische Erstaufführung) 

für Altflöte, Gitarre und Buk (Koreanische Trommel)

 

Byung-Dong Paik (*1936): Un-Ak (1997/2013, Uraufführung der revidierten Version) für Daegum, Piri, Koreanische Perkussion, Gayageum, Flöte, Schlagzeug, Akkordeon, Gitarre, Harfe, Kontrabass

 

Denis Schuler (*1970): Ek Balam (2013, Uraufführung) für Daegum, Piri, Koreanische Perkussion, Gayageum, Kontrabassklarinette, Schlagzeug, Harfe, Viola, Kontrabass

 

Junghae Lee (*1964): Neues Werk (2013, Uraufführung) für Daegum, Piri, Koreanische Perkussion, Gayageum, Haegum, Flöte, Klarinette, Schlagzeug, E-Gitarre, Harfe, Viola, Kontrabass

 

 

Sori 2: Unyul  |  ab 18.30 Uhr

Traditionelle Musik und Gedichte aus Korea 

unter besonderer Berücksichtigung des Sprachrhythmus 

 

Traditionelle koreanische Musik hat eine lange Geschichte, ist reich an charakteristischen Klängen und Sujets. Dem Projektteam ist es ein wichtiges Anliegen, diese alte Musik aus Korea zu präsentieren. Dabei soll besonders die koreanische Sprache berücksichtigt werden. 

 

In allen Kulturkreisen bestehen enge Beziehungen zwischen Musik und Sprache. Die Musik ist oftmals eine Art Spiegelung der Sprache, was den unterschiedlichen Klang der Musik verschiedener Kontinente und Länder, Regionen und Landstriche erklärt. Sprache bildet den Ursprung einer Klangkultur, wie beispielsweise im antiken Griechenland, China oder Indien zu sehen und zu hören ist. 

 

Im Projektteil «Un-yul» werden alte koreanische Gedichte und Musik aus verschiedenen Jahrhunderten präsentiert. Beim Rezitieren der Texte in der alten koreanischen Sprache kommen ihre klanglichen, rhythmischen und musikalischen Eigenschaften zum Ausdruck. So kann dem Publikum die tausendjährige Entwicklung koreanischer Musikkultur vermittelt werden. Neben dem Ensemble des Korean Music Project wird die Journalistin Hoo Nam Seelmann auf der Bühne stehen, die für die Moderation der Veranstaltung gewonnen werden konnte.

 

Programm «Unyul»

 

Rezitation von ausgewählten Gedichten aus der alten koreanischen Literatur aus der Zeit zwischen 16. und 20. Jahrhundert

–Zwei Gedichte aus Koryo Sogyo (Versform in Koryo Dynastie) mit dem charakteristischen Refrain «Yeo-Um»

–Zwei Gedichte aus Chosun Shijo (Versform in Chosun Dynastie)

–Ein Gedicht aus der modernen koreanischen Literatur vom Anfang des 20. Jahrhunderts

 

Instrumental- und Vokalwerke der traditionellen koreanischen Musik 

 

Hoo Nam Seelmann:Moderation (Einführung in die koreanischen Sprache, Literatur und Musik) 

Übersetzungen aus dem Koreanischen

Korean Music Project:Daegeum, Piri, Koreanische Perkussion, Gayageum, Haegum, Sänger (Gesang und Rezitation der Gedichte)