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#3

SA, 14. JANUAR 2017, 20.00H

GARE DU NORD BASEL

 

L'APPARITION DES PLACES

 

Kairos Quartett

Wolfgang Bender, Stefan Häussler: Violinen

Simone Heilgendorff: Viola

Claudius von Wrochem: Violoncello

Das Berliner Kairos-Quartett gehört neben dem Arditti- und dem Diotima-Quartett zu den wichtigsten Streichquartetten der zeitgenössischen Musikszene. Die Musiker präsentieren in Basel eine erstmalige Begegnung von drei KomponistInnen, die ein ausgeprägtes Gespür für Klangräume und ihre Eigenzeit besitzen: In einem Programm für skordiertes Streichquartett werden Werke von Marina Khorkova (1981, Russland), Sampo Haapamäki (1979, Finnland) und Giorgio Netti (1963, Italien) vorgestellt. Durch die spezielle Bearbeitung der Instrumente ist keinerlei herkömmliche Tonproduktion mehr möglich, stattdessen öffnet sich eine Parallelwelt atavistischer Klänge und erweckt die Illusion, man hätte den Ursprung aller Musik gefunden.

 

Programm:

Marina Khorkova (RU/DE *1981): «Streichquartett» (2010) für skordiertes Streichquartett  – SEA

Sampo Haapamäki (FIN *1979): «Connection» (2007) – SEA

Giorgio Netti (IT *1963):  «)place( (ciclo dell‘ assedio)» (2001) für präpariertes Streichquartett

 

 

Das in Berlin ansässige Kairos Quartett widmet sich seit seiner Gründung 1996 vornehmlich der Musik des ausgehenden 20. und des 21. Jahrhunderts. Richtungsweisende Kompositionen nach 1950 und Uraufführungen stehen im Mittelpunkt; hierzu gehören die Traditionslinien europäischer Musik ebenso wie die anderer Kulturen (etwa Fernost) oder Kompositionen, die weitere Medien wie Elektronik, Video, Sprache oder Szene einsetzen. Die Sorgfalt in der Auswahl von Stücken und der Zusammenstellung von Programmen reicht beim Kairos Quartett bis hin zur Kuratorentätigkeit, z. B. bei seiner Gesprächs-Konzertreihe "Fünf Fenster auf Musik für Streichquartett seit 1950", die 2001/02 in der Kulturbrauerei Berlin mit einigen namhaften Komponisten (u. a. Ferneyhough, Lachenmann und Lucier) stattfand.

Kommunikative Offenheit ist Programm: Es wird der enge Kontakt zu Komponisten entwickelt und gepflegt wie Georg Friedrich Haas (A), Julio Estrada (Mexiko), Giorgio Netti (I), Sergej Newski (D/RUS), Enno Poppe (D) und Liza Lim (Austr). Durch Workshops und Gesprächskonzerte pflegt das Quartett die Nähe zum Publikum und zu Musikstudierenden. Workshops und Seminare zur Neuen Musik und ihren Spieltechniken oder verwandten Themen präsentierte das Kairos Quartett bisher an Musikhochschulen und im Rahmen von Festivals in Deutschland, Mexiko, Österreich, Norwegen, Polen und der Schweiz.

Seine zahlreichen Auftritte führten das Kairos Quartett mehrfach zu den Internationalen Ferienkursen in Darmstadt, sowie zu renommierten Festivals wie den Berliner Festwochen, Cervantino, Eclat, Festival d'Automne, Huddersfield, Nordic Music Days, Salzburger Festspiele, Warschauer Herbst und Wien Modern. Neben dem deutschsprachigen Raum konzertierte das Kairos Quartett in Belgien, Dänemark, Frankreich, Finnland, Großbritannien, Italien, Mexiko, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Russland, der Schweiz, der Ukraine und auf Zypern.

Mit dem Kairos Quartett erhielt 2001 erstmals ein Ensemble das Stipendium der Akademie Schloß Solitude (Stuttgart). Konzertreisen ins Ausland wurden mehrfach von der E. v. Siemens Stiftung finanziert. Die CDs des Kairos Quartetts wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Zu den zahlreichen Partnern des Quartetts gehören Martina Gedeck, Dietrich Henschel, Angelika Luz, Mayumi Miyata, Valeri Scherstjanoi, Michael Lentz, boris hegenbart, das Schlagquartett Köln und die Vokalsolisten des SWR.

 

© Dorothee Brodowsky

Konzertmitschnitt