
Der
IGNM Jour Fixe muss aus organisatorischen und
finanziellen Gründen in dieser Saison leider ausfallen
SA,
18. NOVEMBER 2006
20.00 Uhr, Gare du Nord - Basel
esTONia
– vier neue Kompositionen aus Tallinn
info
Konzert
in Zusammenarbeit mit dem Festival «cultur-escapes» 2006 Estland.
Das «Ensemble Phœnix Basel», Leitung Jürg Henneberger,
spielt Werke von Tatjana
Kozlova (UA, Kompositionsauftrag «culturescapes»), Toivo Tulev,
Helena Tulve und Erkki-Sven Tüür
Liebe
Mitglieder und Interessierte
Am 26. Januar 1927 fand das erste Konzert der IGNM Basel statt. Seit 80 Jahren
sind wir also im Basler Musikleben präsent, möchten dies aber nicht
mit einem Jubiläumskonzert feiern, sondern haben dafür ein besonders
reichhaltiges Programm vorwiegend junger und aktueller Musik – auch
aus Grenzbereichen –
zusammengestellt.
Wir beginnen am 1. November 2006 in der «Kuppel» Basel mit «Kaspar
Ewalds Exorbitantem Kabinett».
Diese
Schweizer Großformation wurde vom Basler Komponisten und IGNM-Vorstandsmitglied
2001 ins Leben gerufen. Die Kompositionen, die er für das Ensemble schreibt,
haben ihre Wurzeln im Funk und bewegen sich zwischen Jazz, Filmmusik, drum’n’bass,
minimal music und Neuer Musik, sind aber durchwegs dem «holy groove»
verpflichtet.
Am 18. November beginnt das Festival «Culturescapes 2006 Estland».
Im Eröffnungskonzert in der Gare du Nord spielt das «Ensemble Phoenix
Basel» als Uraufführun eine Komposition von Tatjana Kozlova, die
vom Festival in Auftrag gegeben wurde. Ausserdem werden Kompositionen von
Toivo Tulev, Helena Tulve
und Erkki-Sven Tüür zu hören sein.
Einen doppelten «runden» Geburtstag feiern wir am 1. Januar 2007.
Genau hundert Jahre vorher wurde Erich Schmid in Balsthal geboren, von dem
das Trio op. 5 für Klarinette, Violoncello und Klavier zur Aufführung
gelangt. Dieses Werk ist im Jahre 1931 entstanden, zu einer Zeit, als Schmid
Kompositionsschüler Arnold Schönbergs war. 70 Jahre alt wird nächstes
Jahr Hans Ulrich Lehmann, von
dem Eduard Brunner, Yukiko Sugawara Lachenmann und Walter Grimmer die Komposition
«trajets» spielen. Die IGNM erteilt auch in dieser Saison wieder
einen Kompositionsauftrag, und zwar an den jungen Basler Lars Werdenberg.
Vier Musiker, mit Leib und Seele der zeitgenössischen Musik verschrieben,
plus vier Instrumente in einer Kombination wie sie dem Jazz eigener nicht
sein könnte; aus dieser Konstellation formte sich das X_Quartett, welches
2004 sowohl in der Zusammenarbeit mit Komponisten als auch mit Eigenkreationen
erste Ergebnisse einer grenzüberschreitenden Arbeitsweise zu Gehör
brachte. Das neue Programm, das am 29. Januar 2007 im Theater Basel aufgeführt
wird, entsteht in Zusammenarbeit mit den renommierten Musikern FM Einheit,
Knut Remond, Lee Ranaldo und Stephan Wittwer. Die improvisatorische Energie
und das spontane Reagieren der einzelnen Musiker im Zusammenspiel sollen zentraler
Bestandteil der Kompositionen sein.
Unter dem Titel «words and music» stehen zwei Abende in der Gare
du Nord am 17. und 18. März, an denen es um Sprachkompositionen und Sprachimprovisationen
geht. Die Veranstaltung beginnt mit einem der letzten Werke Morton Feldmans,
«words and music» nach Samuel Beckett (1987), aufgeführt
vom Freiburger Ensemble Recherche und den beiden Londoner Schauspielern Stephen
Lind und Hugh Walters und endet am darauf folgenden Abend mit Sologesängen
aus dem 8. – 13. Jahrhundert, gesungen von dem Spezialisten Dominique
Vellard. Dazwischen werden eine 3-stimmige Lesung von Arno Schmidt's «Zettels
Traum» mit Joachim Kersten, Bernd Rauschenbach und Jan Philipp Reemtsma
und Improvisierte
Musik mit Marianne Schuppe, Sylwia Zytynska und Alfred Zimmerlin zu hören
sein.
Zum Ausklang der Saison freuen wir uns, unserem Publikum das junge internationale
Ensemble Laboratorium mit einem Projekt in Zusammenarbeit mit dem Centre de
Création musical Iannis Xenakis (CCMIX) Paris vorstellen zu dürfen.
Unsere Jour-Fixe-Reihe, die speziell in letzter Zeit guten Zuspruch fand und
immer mehr Publikum anziehen konnte, kann in der nächsten Saison aus
organisatorischen und finanziellen Gründen leider nicht fortgesetzt werden
und wird erst mal für ein Jahr ausgesetzt. Über eine Fortsetzung
der Reihe wird der Vorstand diskutieren. Wir werden Sie natürlich auf
dem laufenden halten.
Jürg Henneberger, Basel im August 2006